Sándor Veress, Klavierwerke

Jakub Tchorzewski, Klavier

Musiques Suisses, MGB CD 6252

 
     
  Sein [Jakub Tchorzewskis] Spiel besticht durch logische Stringenz, Expressivität und klangliche Souplesse, vor allem aber durch ein hellsichtiges Verständnis der besonderen Idiomatik osteuropäischer Volksmusik - Eigenschaften, die ihn zur Interpretation nicht nur des klassischen Repertoires, sondern auch neuer und neuester Musik prädestinieren. Ich kann den Pianisten Jakub Tchorzewski jedem Konzertveranstalter wärmstens empfehlen.  
 
Claudio Veress, Sohn des Komponisten
 
     
  Höhere pianistische Ansprüche stellt die Sammlung der ebenfalls auf Folklore basierenden Zwanzig Klavierstücke von 1938, besonders aber die von Jakub Tchorzewski rhythmisch prägnant interpretierte Sonate aus dem Jahre 1929, die offenbar als Reflex auf Bartoks drei Jahre zuvor entstandene Klaviersonate komponiert wurde.  
 
Gerhard Dietel, Neue Zeitschrift für Musik, April 2007
     
  Dass [Veress' Klavierstücke] interessant sind, beweist der ausgezeichnete, engagiert gestaltende junge polnische Pianist.  
 
Daniel Linhard, Schweizer Musikzeitung, Februar 2008
     
  (...) these vigorous and rythmically alert performances by the Pole Jakub Tchorzewski are all the more welcome: they're given good sound, too.  
 
Martin Anderson, International Piano, Mai/Juni 2007
     
  Mit der Aufnahme des Klavierwerkes Sándor Veress' gelingt dem jungen, in Warschau geborenen Pianisten Jakub Tchorzewski eine faszinierende Einspielung, in der die Klangmöglichkeiten des Klaviers gänzlich ausgelotet werden.  
 
Michael Bühler, Swissdisc.ch
 
     
     
 

Sándor Veress ist einer der wichtigsten ungarischen Komponisten des XX. Jahrhunderts. Er verkörpert das Bindenglied zwischen zwei Generationen: Er ist Student von Béla Bartók und Zoltán Kodály und Lehrer von György Kurtag und György Ligeti gewesen. Veress hat auch wichtige schweizer Komponisten ausgebildet, wie Heinz Holliger, Jürg Wyttenbach u.a.

Sándor Veress wurde am 1. Februar 1907 in Kolozsvár (heute Cluj) geboren. Er schliess sein Kompositions- (1929) und Klavierstudium (1932) an der Liszt-Akademie Budapest ab. Im Jahr 1949 liess er sich in Bern nieder, wo er 1992 starb. Im Jahr 1974 wurde er Mitglied des Schweizerischen Tonkünstlervereins und 1991 erhält er das Schweizer Bürgerrecht. Fast vierzig Jahre war er eine prägende Figur im Berner Musikleben: Er war Theorie- und Kompositionleher am Konservatorium, am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Bern hatte er den Lehrstuhl für Musikethnologie und Musik des 20. Jahrhunderts inne.

In dieser CD ist das gesamte Klavierwerk von Sándor Veress zum ersten Mal aufgenommen worden (es fehlt nur die Klavierschule Fingerlarks) - fast alle Tracks sind Ersteinspielungen. Die Aufnahme erweist den hohen künstlerischen Wert von Veress' Schaffen, indem jedes Stück immer neue Möglichkeiten erprobt. Der Stil ändert sich von Werk zu Werk: Die Sonata per pianoforte (1929), die Veress als sein Opus 1 bestimmte, lehnt sich an Bartóks Klaviersonate an. Die Sonatina per pianoforte (1932) interpretiert Formen und Stilelemente neu, die typisch für das Barock sind. Die Zwanzig Klavierstücke (1938) bearbeiten ungarische Volkslieder und Tänze und die 5 Klavierstücke (undatiert), unveröffentlicht und hier welturaufgeführt, zeigen schon impressionistische Wesenszüge.

In der CD wurden auch Veress' pädagogische Werke aufgenommen, weil sie den Wert seiner Lehrtätigkeit beweisen. Die Pflege der Pädagogik ist tradionsgemäss in Ungarn sehr wichtig: Berühmt sind z.B. die pädagogischen Werke von Béla Bartók und Zoltán Kodály.

 
 
Jakub Tchorzewski
 
     
     

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